Wer geht in Frankfurt auf das Gymnasium?

Anfrage A 328 vom 29.11.2024: Aus welchen Stadtteilen wechseln die meisten Schulkinder auf das Gymnasium?

Die Empörung von Frankfurter Eltern über Schulzuweisungen Ihrer Kinder ist in diesem Jahr besonders groß. 11 Prozent der Kinder, die nach der vierten Klasse auf eine weiterführende Schule wechseln, wurden vom staatlichen Schulamt einer Schule zugewiesen, die häufig sehr weit vom Wohnort entfernt ist. Unter anderem Eltern aus Sachsenhausen haben auf diesen Missstand in den sozialen Medien hingewiesen, der von der Presse breit aufgenommen wurde. Doch nicht alle Eltern von 10-jährigen Schulkindern sind in der Lage, auf Missstände oder Ungerechtigkeiten öffentlichkeitswirksam hinzuweisen.

Ich frage daher den Magistrat:

1. Wie hoch ist der Prozentsatz der Schulkinder, die 2024 nach der vierten Klasse auf das Gymnasium wechseln?

2. Aus welchen Stadtteilen kommen die neuen Gymnasiast*innen? Bitte genaue Zahlen angeben.

3. Wie hoch ist der Prozentsatz der Schulkinder, die auf eine Hauptschule wechseln wollten?

4. Wie hoch ist der Prozentsatz der Schulkinder, die nach der Grundschule auf eine Realschule wechseln wollten? Bitte die Zahlen nach Stadtteilen gliedern.

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Antragsteller:  Stadtv. Luigi Brillante

Elternwunsch nach Förderschule

Anfrage A 327 vom 29.11.2024: Förderschulen

In Frankfurt gibt es elf Förderschulen für Kinder mit besonderem Förderbedarf. Vier Förderschulen mit dem Schwerpunkt Lernen und sieben weitere mit den Förderschwerpunkten geistige Entwicklung, körperliche und motorische Entwicklung, Sprachheilförderung sowie emotionale/soziale Entwicklung. Laut Magistrat werden inzwischen die Hälfte aller Kinder mit Förderbedarf inklusiv beschult. Die andere Hälfte der Schüler*innen bleibt in der Regel auf der Förderschule, wenn sie einmal dorthin überwiesen wurde. Denn obwohl als Ziel die Reintegration in die allgemeinen Schulen postuliert wird, liegt die Zahl der Kinder, die die Schulform wieder wechseln, bei unter fünf Prozent. Dieser Fakt – Einbahnstraße Förderschule – muss den Eltern von den beratenden Lehrer*innen deutlich gemacht werden.

Ich frage daher den Magistrat:

Wie viele Eltern in Frankfurt haben trotz der ausführlichen Beratung in den letzten fünf Jahren den Wunsch geäußert, dass ihr Kind auf eine Förderschule für Lernhilfe wechseln soll? Bitte die Zahlen nach dem jeweiligen Jahr auflisten.

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Antragsteller: Stadtv. Luigi Brillante

Würde im Alter

Anfrage 307 vom 09.09.2024: Frankfurter Programm „Würde im Alter“

Das Frankfurter Programm „Würde im Alter“ fördert seit über 20 Jahren Projekte, die auf die unterschiedlichen Lebensformen und Bedürfnisse älterer Menschen zugeschnitten sind und auch neue Problemlagen aufgreifen.

Im Bericht B 438 vom 20.11.2023 wurden diese Projekte vorgestellt und die Gesamtförderungs-summen der letzten Jahre aufgelistet. Demnach wurden im Jahr 2022 Projekte in der Höhe von 2.247.728 Euro gefördert, die einzelnen Förderungshöhen pro Projekt sind nicht ausgewiesen. Zu den geförderten Projekten gehört z.B. die Lebensbegleitung für ältere, hilfsbedürftige Personen mit italienischem Migrationshintergrund, die vom Träger „Auf der Insel e.V.“ durchgeführt wird. 

Neu gefördert wurde 2022 ein Projekt vom Sozial-Pädagogischen-Zentrum im Haus Aja Textor-Goethe namens „Spiritualität und Religion im Zugehen auf den Tod“. Es sollen darin Maßnahmen der „spirituellen“ Begleitung in der letzten Lebensphase der Menschen entwickelt werden wie „therapeutische Öldispersionsbäder, vertrauliche Gespräche oder Spaziergänge im Garten“.

Zur Erinnerung: Das der esoterischen anthroposophischen Bewegung Rudolf Steiners nahestehende Altenheim Aja-Textor-Goethe war während der Pandemie in die Schlagzeilen gekommen, da Geschäftsführer und Mitarbeitende sich in ihrer Arbeitszeit nicht an Corona-Schutzmaßnahmen gehalten hatten.

Ich frage daher den Magistrat:

1. Wie hoch ist die jährliche Förderung des Projekts „Lebensbegleitung älterer hilfsbedürftiger Menschen mit italienischen Wurzeln“?

2. Welche jährliche Förderung erhält das Aja-Textor-Goethe-Haus für das Projekt „Spiritualität und Religion im Zugehen auf den Tod“?

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Antragsteller: Stadtv. Luigi Brillante

Digitale Welt

Anfrage A 249 vom 19.10.2023: Informatikunterricht in Frankfurt

Während in den meisten europäischen Ländern Informatik im Pflichtunterricht verankert ist, bietet Deutschland SchülerInnen keine informatische Grundbildung. Dabei sind digitale Kompetenzen äußerst wichtig für die gesellschaftliche Teilhabe.

Im vergangenen Schuljahr wurde an 12 weiterführenden Schulen in Hessen versuchsweise das Schulfach „Digitale Welt“ eingeführt. Aus Frankfurt nehmen das Adorno-Gymnasium und die Carl-von-Weinberg-Schule teil.

Wir fragen daher den Magistrat:

1. Wie sind die bisherigen Erfahrungen mit dem Pilotprojekt „Digitale Welt“ in Frankfurt?

2. Welche Möglichkeiten sieht die Stadt, Informatikunterricht an Schulen zu fördern?

3. Werden in allen weiterführenden Schulen in Frankfurt aktuell wenigstens Informatik-AGs angeboten und reichen die Plätze für alle interessierten SchülerInnen aus?

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Antragsteller: Stadtv. Luigi Brillante

Schulen im Frankfurter Norden

Anfrage A 221 vom 20.05.2023: Schulen im Baugebiet „Nordwestlich Auf der Steinernen Straße“

Seit sechs Jahren existiert das Gymnasium Nord, gedacht für die Schüler*innen aus den nördlichen Stadtteilen. Doch weil es am geplanten Standort in Baugebiet „Nordwestlich Auf der Steinern Straße“ (ehemals Teil des Baugebiets „Bonames Ost““ umbenannt in „Am Eschbachtal“) seit Jahren nicht vorangeht, wurde die Schule erst auf einer Brache in Praunheim, danach in Westhausen errichtet.

Dabei hat bereits 2015 der damalige Planungsdezernent eine mit den Anwohner*innen abgestimmte Planung vorgelegt, die 1.580 Wohnungen, davon 30 % geförderter Wohnraum sowie eine Grundschule und ein Gymnasium vorsah. Doch nach der Kommunalwahl 2016 verschwand die Planung in irgendeiner Schublade und damit auch die dringend benötigten Schulen für den Frankfurter Norden.

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Sanierung der Gruneliusschule

Antrag NR 449 vom 01.07.2022: Lebenswertes Frankfurt? Aber nicht für Grundschülerinnen und Grundschüler

Urin-Geruch beim Betreten der Schule, den man noch durch die Maske riecht, Schimmel in der Mensa, weshalb die Schüler:innen täglich mit Lunchpaketen und Wasser in kleinen Plastikflaschen versorgt werden, jahrelange Verzögerung des Neubauvorhabens und mangelhafte Ausstattung der Lehrer:innen. Das ist die Realität an der Gruneliusschule in Oberrad.

Von der Stadt als Verantwortliche fühlen sich die Betroffenen hingehalten, auf Nachfragen der Presse reagiert die Stadt nicht (siehe Beitrag in der Hessenschau vom 27.6.2022).

Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:

1. Der Magistrat kommt dem Wunsch des Ortsbeirates nach einer Bürgerversammlung zur Klärung aller notwendigen Maßnahmen zur Sanierung und Ausstattung der Gruneliusschule umgehend nach den Sommerferien nach.

2. Der Magistrat legt im Anschluss zeitnah der Stadtverordnetenversammlung die Lösungsmaßnahmen vor.

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Antragsteller: Stadtv. Luigi Brillante

Diskriminierungen im Schulsystem entgegentreten

Antrag NR 280 vom 10.02.2022: Verbesserung der Chancengleichheit aller Kinder

Nach den Zahlen des aktuell vorliegenden Integrations- und Diversitätsmonitorings, Ausgabe 2017, besuchen ca. 65 Prozent aller Mädchen und weiblichen Jugendlichen mit deutscher Staatsangehörigkeit ein Gymnasium. Bei den Jungen mit ausländischer Staatsangehörigkeit sind es nur 36 Prozent auf diesem Schulzweig. Seit vielen Jahren beklagen wir diese Bildungs- und Gerechtigkeitslücke – ob sich in den vergangenen fünf Jahren etwas positiv verändert hat, wissen wir nicht, weil der Magistrat bis heute keine aktuellen Zahlen vorgelegt hat.

Es ist aber nicht zu erwarten. Im Gegenteil hat die Pandemie vermutlich die Situation verschärft, da gerade Kinder und Jugendliche aus migrantischen und ärmeren Familien die großen Verlierer waren, da sie selten zuhause die notwendige Unterstützung beim Online-Unterricht erhielten und Nachhilfe von den Eltern finanziell nicht geleistet werden konnte. Ein weiteres Problem ist, dass offenbar Tausende SchülerInnen in der Pandemie monatelang ganz ohne Schulunterricht waren, wie das hessische Kultusministerium bekannt gab. Ich habe dazu im Oktober 2021 eine Anfrage (A 45) gestellt, die noch unbeantwortet ist.

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Vernachlässigte und abgetauchte Kinder als Pandemiefolge

Anfrage A 45 vom 21.10.2021: Hilfen für vergessene Kinder in und nach der Pandemie

Das Deutsche Kinderhilfswerk hat anlässlich des Weltflüchtlingstags die Vernachlässigung von Flüchtlingskindern in Deutschland während der Corona-Pandemie kritisiert, die zu den großen Verlierern der Pandemie gehörten. Durch die Schließung von Kitas und Schulen seien die Kinder in ihrem Spracherwerb sowie schulisch weit zurückgeworfen worden. Da die Eltern in der Regel beim Homeschooling nicht unterstützen konnten, oftmals keine ausreichende Hard- und Software vorhanden war oder der Internetzugang in der Gemeinschaftsunterkunft nicht funktioniert habe, sei in der langen Zeit der Pandemie vielfach kein Lernfortschritt erfolgt.

Eine weitere Pandemie-Folge war, dass Tausende Kinder monatelang ganz ohne Schulunterricht waren. Wie das hessische Kultusministerium bekannt gab, sind mehr als 2100 Schüler*innen von den Schulen als „abgetaucht“ gemeldet worden. Die tatsächlichen Zahlen dürften weit höher liegen, denn systematisch erfasst wurde das Fernbleiben vom Distanzunterricht nicht. Es muss daher von einer enormen Dunkelziffer an Schüler*innen ausgegangen werden, die während der Pandemie ohne Kontakt zu ihren Lehrer*innen waren. Als besonders hoch nannte das Ministerium die Zahlen in Offenbach und Frankfurt, dort vor allem an den Haupt- und Real- sowie Gesamtschulen. In Frankfurt seien 159 Kinder und Jugendliche aus Grund-, Haupt- und Realschulen von der Bildfläche verschwunden, 107 an den Gesamtschulen und 3 an den Gymnasien.

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