Belastungen für Fahrgäste während S6-Ausbau verringern

Antrag NR 958 vom 03.09.2019: ÖPNV im Norden sichern

Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:

1. Der Bericht B 276 wird zurückgewiesen.

2. Der Magistrat entwirft umgehend ein fahrgastfreundliches Konzept zur Beförderung der Fahrgäste während der Brückensperrung der Nidda-Brücke in Harheim.

3. Der Magistrat informiert umgehend über die Planungen zum Brückenbauwerk am S-Bahnhof Berkersheim.

Begründung:

Dass der erforderliche Ausbau der Main-Weser-Bahn, der der S6 eigene Gleise und damit endlich pünktliche und kürzere Fahrzeiten ermöglicht, mit möglichst geringen Belastungen für Anwohner-Innen und Fahrgäste einher gehen muss, sollte Konsens sein bei den Frankfurter Verkehrspoliti-kerInnen. Aber das Gegenteil scheint der Fall. Die im Frankfurter Norden gelegenen Stadtteile Harheim und Nieder-Erlenbach sind nur über Buslinien (die außerhalb der Pendlerzeiten nur 2 x pro Stunde fahren) an den städtischen Schienenverkehr angebunden. Wir hatten deshalb in unserem Antrag NR 667 vom 8.10.2018 den Magistrat gefragt, wie während der mehrmonatigen Sperrung der Niddabrücke, die die Busse auf ihrer Fahrt zum S-Bahnhof Berkersheim befahren, der Strecken-verlauf der Linie 25 sein wird.

Fast ein Jahr hat sich der Magistrat für eine Antwort Zeit genommen, die man nicht anders als einen Schlag ins Gesicht aller ÖPNV-NutzerInnen im Frankfurter Norden bezeichnen kann: Die Buslinie 25 soll während der Brückensperrung stillgelegt werden. Allein in der Zeit von 7 bis 9 Uhr fahren 16 Kleinbusse von Nieder-Erlenbach über Harheim zum Bahnhof Berkersheim und transportieren ca. 400 Fahrgäste. Der Vorschlag des Magistrats, die Fahrgäste mögen mit der Linie 28 nach Kalbach fahren und dort in die U2 umsteigen, verkennt zum einen, dass diese Linie die SchülerInnen zum Gymnasium Riedberg und zu den weiterführenden Schulen anderer Stadtteile befördert und deshalb die Busse morgens bereits ausgelastet sind.

Zum anderen übersieht dieser Vorschlag jene Fahrgäste, die an der Messe aussteigen oder am Bahnhof West oder Hauptbahnhof zu ihrem Zielbahnhof umsteigen. Für Fahrgäste aus Harheim, die z.B. zum Hauptbahnhof müssen, führt der Magistratsvorschlag, mit dem Bus 28 erst nach Nieder-Erlenbach zu fahren, um dort mit dem Bus 65 in 14 Minuten zum Bahnhof Bad Vilbel zu tuckeln, zu einem unzumutbaren Umweg. Wer kann, wird also auf das Auto umsteigen – nicht freiwillig, sondern gezwungen von einer desinteressierten Verkehrspolitik.

____________________________________________________________________________

Antragsteller: Stadtv. Luigi Brillante

Dieser Beitrag wurde unter Anträge abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.