Nahversorgung in Frankfurt

Anfrage A 273 vom 23.10.2017: Smarte Konzepte für Smart-Märkte?

In vielen Stadtteilen Frankfurts ist die fußnahe Versorgung mit Lebensmitteln des täglichen Bedarfs nicht gewährleistet. Dies stellt nicht nur für ältere und mobilitätseingeschränkte Menschen ein Problem dar, sondern verhindert auch eine umweltpolitisch wünschenswerte Entscheidung der BürgerInnen für ein autofreies Leben. Als 2009 die Werkstatt Frankfurt das Projekt der Smart-Märkte startete, bestand die Hoffnung, dass mit diesem Qualifizierungsangebot für Langzeit-arbeitslose viele Nahversorgungsprobleme in den Stadtteilen gelöst werden könnten. Das Sozialdezernat nannte damals als Ziel der Smart-Märkte: „die Nahversorgung, vor allen Dingen von älteren Bürgerinnen und Bürger, die in ihrem direkten Wohnumfeld keine kurzen Wege mehr zu einem Vollsortimentladen haben“. Aber nur in Sindlingen, Bonames und Eckenheim wurden Smart-Märkte realisiert. Alle Vorstöße der letzten Jahre, auch in anderen Stadtteilen mit vorhandenem Bedarf solche Märkte zu errichten, wurden vom Magistrat abgelehnt.

Kürzlich wurde bekannt, dass der Smart-Markt in Bonames schließen wird. Argumentiert wird vom Geschäftsführer der Smart-Märkte mit der veränderten Situation vor Ort, u.a. der Renovierung eines (nach wie vor extrem beengten und daher nicht barrierefreien) Penny-Marktes und einem neuen Rewe in Nieder-Eschbach.

Der Geschäftsführer von Smart-Work hat nun ein neues Konzept entwickelt und lässt bereits einen Muster-Laden errichten. Diese „Smart-Märkte 2.0“ sollen als kleine Frische-Märkte mit Online-Verkauf in Stadtteilen mit fehlender Nahversorgung entstehen. Die Märkte würden lediglich ein Grundsortiment an frischen Produkten anbieten, zusätzlich aber die Sammelbestellung via Bestellterminals ermöglichen, mit dem Angebot, die Ware nach Hause zu liefern. Mit einer Café-Ecke ausgestattet, sollen die neuen Smart-Märkte auch als Stadtteil-Treffpunkte dienen. Damit könnte das Langzeitarbeitslosen-Qualifizierungs-Projekt nicht nur weitergeführt sondern auch auf neue Berufsfelder ausgeweitet werden.

Vor diesem Hintergrund frage ich den Magistrat:

1. Welche Informationen liegen dem Magistrat zu dem neuen Smart-Konzept vor und wann wird das Konzept den Stadtverordneten vorgelegt?

2. Wird sichergestellt, dass grundsätzlich neue Smart-Märkte überall dort, wo die Nah-versorgung mangelhaft ist, auch errichtet werden können oder ist auch beim neuen Konzept nur mit der Errichtung weniger Märkte zu rechnen?

3. In vielen Stadtteilen stehen seit Jahren kleinere Ladenlokale leer, die sich für einen „Smart-Markt 2.0“ eignen würden. Ist beabsichtigt, die Ortsbeiräte in die Planungen neuer Märkte einzubeziehen?

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Antragsteller: Stadtv. Luigi Brillante

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