Neues Angebot im schlecht angebundenen Frankfurter Norden: Shuttleservice Knut

Anfrage A 44 vom 21.10.21: Unzureichende Fahrgastinformation

Am 04.10.2021 wurde in Bonames ein Eröffnungsfest zum Bus-On-Demand-Angebot „Knut“ veranstaltet, zu der neben dem Oberbürgermeister, dem Verkehrsdezernenten, den RMV- und traffiq-Chefs, einzelnen Stadtverordneten und Ortsbeiräten, vor allem Presse anwesend war.

Den Anwohner*innen und Fahrgästen wurde die am frühen Nachmittag stattfindende Veranstaltung nicht angekündigt und offenbar auch nicht allen verkehrspolitischen SprecherInnen der Römer-Fraktionen. Deren Kompetenz hätte vielleicht manche kommunikative Fehlleistung („Nieder-Eschenbach“) verhindert. Es zeigte sich auch, dass die Herren die ÖPNV-Situation im Frankfurter Norden nicht hinreichend kannten.

Vor diesem Hintergrund frage ich den Magistrat:

1. Warum fand die Veranstaltung in Bonames statt, einem Stadtteil, der über zwei U-Bahn-Haltestellen verfügt, die mit der U2 und der U8 mindestens 10-minütig bedient werden?

2. Wären Harheim oder Nieder-Erlenbach, zwei Stadtteile, die ohne Schienenverkehrsanbindung sind und wo die Busse den größten Teil des Tages nur alle 30 Minuten verkehren, für die Vorstellung des neuen Angebots nicht die besseren Veranstaltungsorte gewesen?

3. Warum wurde den Anwohner*innen und Fahrgästen die Veranstaltung nicht angekündigt, so dass sie vor Ort Gelegenheit gehabt hätten, Fragen zum Shuttle-Bus-Angebot zu stellen?

4. War die Eröffnungsfeier gar nicht für die Menschen, die das kostenpflichtige Angebot nutzen sollen, gedacht, sondern eine reine PR-Veranstaltung für Magistrat und Verkehrsdienstleister?

5. In den dörflichen Stadtteilen im Frankfurter Norden wohnen viele alte Menschen, die über kein Smart-Phone verfügen – die Anmeldung zum Shuttle-Service „Knut“ funktioniert aber nur per App oder per Registrierung in der Mobilitätsinsel an der Hauptwache. Ist das barrierefrei?

6. Die Fahrgäste im Frankfurter Norden zahlen die gleiche Summe für ein Monatsticket wie Fahrgäste in Stadtteilen mit gutem ÖPNV, wann dürfen sie mit einer annähernd vergleichbaren Leistung rechnen?

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Anfragesteller: Stadtv. Luigi Brillante

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