Sinnloser Papiermüll: Gelbe Seiten

Anfrage A 407 vom 13.11.2018: Ressourcenverschwendung durch unerwünschte Telefonbücher

Stapel von Telefonbüchern vor Haustüren, in Treppenhäusern, vor Supermärkten, die keiner will und die entweder im Papiermüll landen oder auf der Straße, wo sie im Regen langsam aufweichen – dieses Bild zeigt sich alljährlich, wenn die Hersteller von Branchen- und Telefonbüchern, z. B. die Gelben Seiten, die Bevölkerung ungefragt mit ihren Produkten beliefern. Die Gesamtauflage von „Das Telefonbuch“, „Das Örtliche“ und „Gelbe Seiten“ liegt laut Telekom bei jährlich hundert Millionen Stück, obwohl es alle Telefonbücher und Gelbe Seiten auch online gibt.

Im Jahr 2018 hat jeder Handwerker, jeder Dienstleister und nahezu jeder Bürger, der gefunden werden will, eine Online-Präsenz. Aber obwohl kaum einer noch die Telefonbücher nutzt, kann der Bürger sich gegen die „Zwangsbemüllung“ nicht wehren.

Es gibt Kommunen (z. B. „Bremen spart Papier“), die sich für einen sparsamen Umgang mit Papier engagieren und die immense Ressourcenverschwendung durch unerwünschte Papiersendungen anprangern. Doch was nützen alle Sparmaßnahmen der Verwaltung und der Bürger, wenn Unternehmen weiterhin ihre Papiersendungen verteilen dürfen?

Dies vorausgeschickt, frage ich den Magistrat:

1. Wie hoch ist der finanzielle Aufwand, der der FES durch die Entsorgung der Telefonbücher entsteht, z.B. dadurch, dass die FES-MitarbeiterInnen die Plastikfolien von den Büchern entfernen müssen?

2. Werden diese Kosten dem Hersteller der Telefonbücher in Rechnung gestellt?

3. Welche Möglichkeiten der Annahmeverweigerung hat der Bürger?

4. Hat der Magistrat Einflussmöglichkeiten gegen die unzeitgemäße Verbreitung dieses Papiermülls?

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Antragsteller: Stadtv. Luigi Brillante

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